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Erlebnisbericht Michael Degen

Michael Degen, Schauspieler, will mit seinen Hörgeräten das ganze Leben hören.


„Es ist, als ob man seine Ohren wiederbekommen hätte“

Für die neue KIND Kampagne wurden zahlreiche persönliche Gespräche mit KIND Kunden geführt und ausgewertet – wie hier mit dem Schauspieler Michael Degen. Die Fragen stellte Benjamin Wolff, Regisseur des KIND TV-Spots.

Wie ist Ihnen zuerst bewusst geworden, dass Sie Probleme mit dem Hören hatten?
Ich sass als Zuschauer im Theater und bekam nur noch die Hälfte mit. Da hab ich zum ersten Mal begriffen: Das kann an mir liegen. Dann fingen die Menschen in meiner Umgebung an, lauter und deutlicher mit mir zu reden. Trotzdem habe ich den nötigen Schritt zum Hörgeräte-Akustiker immer wieder hinausgeschoben. Man muss sich die eigene Schwerhörigkeit ja erst einmal eingestehen. Heute macht mir das nichts mehr aus – ich trage ja auch eine Brille und schäme mich dessen nicht.

Was würden Sie einem Freund in derselben Situation raten?
Ich würde ihm sagen: Du musst, geh, lass dich beraten. Wenn du nicht gut hörst, lebst du nur halb. Die Anstrengung zu vertuschen, dass man nicht mehr alles mitbekommt, ist enorm.
Man glaubt immer, die Leute merken das schon nicht – aber sie merken es sehr wohl. Heutzutage ist auch die Eitelkeit kein Problem mehr, nicht mit diesen Geräten. Man sieht sie ja kaum und sie sind technisch ausgereift. Ich will das ganze Leben hören, und das sollte jeder tun können.

Wie lange haben Sie gezögert, sich der Situation zu stellen?
Es hat schon einige Jahre gedauert, bis ich den Mut hatte, zum Hörgeräte-Akustiker zu gehen. Wäre ich mal klüger und uneitler gewesen: Ich glaube, das hätte mir und meiner Umgebung die Jahre erleichtert, die ich hinter mir habe. Jetzt geht es mir wieder fabelhaft.
Ich kann mich wieder normal unterhalten. Die Kollegen und Freunde haben gemerkt, dass ich plötzlich wieder sehr viel besser hörte, aber natürlich nicht gewusst, warum. So pirschten sie sich langsam heran und meinten, es sei ihnen eine Zeitlang so erschienen, als ob ich nicht besonders gut gehört hätte und ob sich das jetzt wieder reguliert hätte. Die haben meine Hörgeräte nicht gesehen!

Und wie fühlt sich Ihr neues Leben an?
Es ist, als ob man seine Ohren wiederbekommen hätte. Man hört plötzlich Dinge, die man lange nicht mehr gehört hat. Ich hab jetzt erst verstanden, wie viel mir in den letzten Jahren entgangen ist.

Wann kam für Sie der Wendepunkt?
Letzten Endes hat mich überzeugt, dass ich in einer Talkshow Bill Clinton mit seinen Hörgeräten sah. Da dachte ich mir, wenn er sich traut, die zu tragen, kann ich das auch.

 

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