Lärmschutz für die Ohren

Wann sollten Sie Ihr Gehör unbedingt schützen?

am 10. September 2017

Lärmschutz hält die Ohren gesund und verhindert bleibende Hörschäden. Aber welche Lautstärke ist in Ordnung – und ab welchem Lärmpegel empfehlen Experten, das Gehör zu schützen? Wer trägt besser einen Gehörschutz wie Ohrstöpsel? Und warum sollten wir uns alle öfter mal die Ohren zuhalten?

Warum Lärmschutz die Ohren gesund hält

Der Rasen muss gemäht werden. Also ab und den Rasenmäher aus dem Schuppen holen. Aber wo ist bloss der Kapselgehörschutz? Wo liegen noch die Ohrstöpsel? Egal, dann mähe ich heute halt ohne …

Eine gute Idee?

Ohne Lärmschutz für die Ohren – auf keinen Fall. Womöglich hören die Hörorgane nach einigen Stunden Mäharbeiten nicht mehr so gut wie davor.

Denn: Die Lautstärke eines handelsüblichen Benzin-Rasenmähers kann bis zu 95 Dezibel und mehr betragen. Eine Lärmbelastung, die laut Medizinern bereits dauerhafte Hörschäden verursachen kann.

Der Grund: Die hohe Schallintensität zerstört die Haarzellen im Innenohr, die mit ihren feinen Härchen die Schallschwingungen aufnehmen und als Nervenreize an das Gehirn weiterleiten. Da die empfindlichen Sinneszellen weder regenerieren noch nachwachsen, ist Lärmschutz für die Ohren so wichtig.

Die Rechnung ist einfach: Je mehr Haarzellen durch Lärm kaputtgehen, desto schlechter hören wir. Schwerhörigkeit ist die Folge.

 

Woran scheitert Lärmschutz für die Ohren im Alltag?

Gartenarbeit, Heimwerken, Konzertbesuch, Musizieren, Schiess- und Motorsport: Schallpegel, die dem menschlichen Gehör schaden, treten bei vielen Hobbys und Freizeitaktivitäten auf. Oft, ohne dass es bemerkt wird.

Auch zahlreiche Berufsgruppen müssen bei hoher Lärmkonzentration – also erheblichem Krach – arbeiten. Einige sind eher kurzzeitig auftretendem, dafür besonders lautem Lärm ausgesetzt, andere dauerhaften Geräuschen in niedrigerer Lautstärke – beides ist ohne Ohrstöpsel oder Kapselgehörschutz riskant für die Ohren.

In jedem Fall gilt: Wer auf ausreichend Lärmschutz für die Ohren achtet, beugt einer Schwerhörigkeit vor.

Manch einer hält es allerdings für ein Zeichen der Schwäche, seine Ohren zu schützen – oder befürchtet, dass andere so über ihn denken könnten.

Andere lehnen einen Gehörschutz aus optischen Gründen ab – und nehmen dafür leichtfertig ein vermindertes Hörvermögen in Kauf. Dabei gibt es mittlerweile Ohrstöpsel, die kaum sichtbar sind. Sogar mit aktiver Impulsschalldämmung, die schädigenden Lärm leise macht und leisere Geräusche wie Gespräche verstärkt.

Oft scheitert der Lärmschutz für die Ohren im Alltag auch an der simplen Frage: Was ist eigentlich laut?

Jeder Mensch empfindet Lärm ein bisschen anders. Nicht jeder hält sich beim Knattern einer Bohrmaschine reflexartig die Ohren zu – oder beim megalauten Live-Konzert der Lieblingsband.

Dabei wird leicht vergessen, dass bestimmte Lautstärken für alle Ohren gefährlich sind. Ohne Ausnahme.

 

Welche Lautstärke ist laut – und ab wann ein Gehörschutz notwendig?

Wie laut ein Geräusch ist, zeigt die Einheit Dezibel (dB) an. Zehn Dezibel mehr stehen dabei für eine Verzehnfachung der Schallenergie. Drei Dezibel bedeuten eine Verdoppelung.

Wenn bei einer Lautstärkenmessung die unterschiedliche Empfindlichkeit des Ohres für verschiedene Schallfrequenzen einfliesst, wird die Einheit dB (A) herangezogen.

Die entscheidende Frage lautet: Welche Geräusche sind wie laut – und ab welchem dB (A)-Wert ist Lärmschutz für die Ohren notwendig?

Hier der Überblick – so viele Dezibel verursachen raschelnde Blätter, dudelnde Radios und startende Düsenjets:

  • 0 dB (A) – die Hörschwelle eines normal hörenden Menschen. Höhere Lautstärken können gesunde Ohren wahrnehmen.
  • 0 bis 20 dB (A) – Atmen, Waldrauschen, Blätterrascheln. Die Geräusche in diesem Dezibel-Bereich sind kaum hörbar.
  • 20 bis 40 dB (A) – das Ticken einer Armbanduhr, die PC-Lüftung, Flüstern. Diese Geräusche sind deutlich wahrnehmbar und führen bei hörempfindlichen Menschen bereits dazu, dass sie sich gestört fühlen, etwa schlechter einschlafen können.
  • 40 bis 60 dB (A) – leise Musik aus dem Radio, das Brummen des Kühlschranks, ein normal lautes Gespräch. Das stört fast jeden, der in unmittelbare Nähe konzentriert arbeiten möchte.
  • 60 bis 80 dB (A) – eine Unterhaltung mehrerer Personen, Café-Atmosphäre, Telefonklingeln, normaler Strassenverkehr. Ab 65 dB (A) steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich.
  • 80 bis 100 dB (A) – vorbeifahrender Lastwagen, Rasenmäher, Motorsäge, Gettoblaster, Winkelschleifer. Ohne Gehörschutz sind gesundheitliche Schäden der Ohren unausweichlich. Ab einem durchschnittlichen Lärmpegel von 85 dB (A) bei einem achtstündigen Arbeitstag sind Arbeitgeber laut Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitern einen geeigneten Gehörschutz bereitzustellen.
  • 110 dB (A) – Kreissäge, Presslufthämmer, Diskothek, Musik mit grosser Lautstärke per Kopfhörer. Es handelt sich um buchstäblich ohrenzerreissenden, ungesunden Lärm.
  • 120 dB (A) und mehr – Rockkonzert, Düsenflugzeuge beim Start, heftige Explosion. Dieser Krach führt zu Schmerzen in den Ohren und bereits nach kurzer Zeit zu Hörschädigungen.

Bei diesen Angaben ist zu beachten, dass nicht nur die Lautstärke selbst eine Rolle spielt, sondern auch die Dauer, der man ihr ausgesetzt ist. Beispiel: Eine achtstündige Belastung mit 85 dB (A) bei getragenem Gehörschutz kann um 3 dB (A) überschritten werden, wenn die Dauer der Lärmbelastung auf vier Stunden reduziert wird.

 

Das Gehör schützen – welche Massnahmen eignen sich im Alltag?

Wer acht Stunden lang Lautstärken ab 85 dB (A) ausgesetzt ist, sollte unbedingt einen geeigneten Gehörschutz tragen. Andernfalls droht Schwerhörigkeit – laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Deutschland die Berufskrankheit mit den meisten anerkannten Fällen überhaupt.

Unverzichtbar ist der Hörschutz für Menschen, die in Branchen tätig sind wie etwa Flugzeugabfertigung, Strassenbau, Landwirtschaft und Brauereien.

Aber auch Nachtklubmitarbeiter, Berufsmusiker, Zahnärzte und Erzieher in Kindergärten arbeiten oft bei einem Schallpegel oberhalb von 85 dB (A).

Abgesehen von Ohrstöpsel und Co sorgen im Beruf und in der Freizeit folgende Strategien und Massnahmen für Lärmschutz der Ohren:

  • Musik leiser stellen – ob Heimkinoanlage, Radio oder Smartphone: Die meisten Abspielgeräte ermöglichen ungesunde Schallpegel. Es gilt: Die Lautstärke nie zu hoch regeln, vor allem über Kopfhörer sollte Musik eher leiser gehört werden. 
  • Parallel-Lärm meiden –oft laufen Musik, Drucker, Waschmaschine und Telefonat gleichzeitig, was die Ohren erheblich belastet. Deshalb sollten mehrere parallele Geräuschquellen gemieden werden.
  • Leise Geräte kaufen – Elektrohersteller geben die Lärmemissionen ihrer Geräte in dB an. Wer beim Kauf von Wäschetrockner, Spülmaschine und Drucker genau hinsieht, schützt sein Zuhause vor nervigem Lärm.
  • Abstand halten – je näher sich die Ohren an der Lärmquelle befinden, desto höher das Risiko. Wenn es laut wird, gilt deshalb: Rückzug.

Aber was tun, wenn es unerwartet und plötzlich ohrenbetäubend laut knallt, kracht, hämmert, scheppert, schrillt oder dröhnt? Einfach weggehen und sein Gehör in Sicherheit bringen, ist ja nicht immer sofort möglich.

Dann hilft eine uralte, aber bewährte und überaus effektive Massnahme für schnellen Lärmschutz: Ohren zuhalten – oder zum Gehörschutz greifen. Ein Im-Ohr-Hörschutz ist klein und passt unterwegs in jede Hand- und Jackentasche.