Umgang mit Schwerhörigkeit

Ein sensibles Thema behutsam ansprechen

Schwerhörigkeit entsteht nicht plötzlich. Meist verschlechtert sich das Hörvermögen in einem schleichenden Prozess. Erste Anzeichen einer Schwerhörigkeit können sein: Enge Angehörige bemerken häufiger am Telefon, dass manches beim Gesprächspartner nicht richtig ankommt. Der Fernseher läuft in einer für normal Hörende belastenden Lautstärke. Betroffene nehmen an Gesprächen in Restaurants kaum noch teil. Bis hierhin ist die Schwerhörigkeit nur ein Verdacht. Um Gewissheit zu erlangen und dem Betroffenen helfen zu können, sollten Angehörige das Gespräch suchen. Hier ist es wichtig, behutsam vorzugehen. Im Folgenden geben wir Tipps für den sensiblen Umgang mit Schwerhörigen.

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Umgang mit Schwerhörigen: Wer führt das Gespräch?

Bei Verdacht auf eine Schwerhörigkeit sollten sich enge Vertraute zunächst abstimmen, ob bereits mehreren von ihnen die Veränderungen aufgefallen sind. Anschließend ist zu überlegen, wer das erste Gespräch führt. Eine Vertrauensbasis zwischen dem von Schwerhörigkeit Betroffenen und dem Gesprächspartner ist natürlich vorteilhaft. Schließlich kann es sein, dass sich der Schwerhörige seines Problems gar nicht bewusst ist. Außerdem reagieren viele Menschen auf eine solche Nachricht erschrocken oder sogar abweisend und wütend. Der Grund: Schwerhörigkeit wird als Makel des Alters empfunden. Dass es dafür sehr gute Lösungen gibt, sollten die Angehörigen dem Betroffenen nun erklären.

Beispiele nennen, Hilfe anbieten

Konkrete Beispiele helfen, im Umgang mit schwerhörigen Menschen ein Bewusstsein für die Beeinträchtigung des Hörvermögens zu schaffen. Die Beschreibung von Situationen, in denen sich Betroffene auffällig verhalten, veranschaulichen die Problematik. Die angesprochenen Situationen sollten nicht zu weit in der Vergangenheit liegen und auch nicht zu viele Dritte einbeziehen. Der Betroffene könnte sich in die Enge getrieben fühlen.

Besonders wichtig ist, dass Angehörige stets ihre Hilfe anbieten und thematisieren, dass es für ein sich verschlechterndes Hörvermögen moderne und kaum sichtbare Hörlösungen gibt. Die Vertrauten sollten deutlich machen, dass mit Hörgeräten ein ganz normales Leben möglich ist. Ein besseres sogar! Mit einem guten Hörvermögen fällt es viel leichter, an alltäglichen Dingen teilzunehmen.

Häufig wissen Patienten nicht, wie fortschrittlich die Technik der Hörgeräte und wie modern ihr Design ist. Und vor allem, dass sie fast unsichtbar sind. Es hilft, gemeinsam Bilder von Hörlösungen in Broschüren oder im Internet zu betrachten. Auch Erfahrungsberichte anderer Betroffener schaffen Vertrauen.

Hörtest vorab zu Hause absolvieren

Mitunter ist es im Umgang mit Schwerhörigen schwierig, sie zu einem Hörtest zu bewegen. Dann kann es hilfreich sein, zunächst zu Hause einen Online-Hörtest durchzuführen. Er gibt erste Hinweise auf ein möglicherweise beeinträchtigtes Hörvermögen und schafft Fakten für den Betroffenen. Danach fällt es leichter, einen Hörtest beim HNO-Arzt oder Hörakustiker zu vereinbaren.

Einfühlsamkeit ist das Wichtigste im Umgang mit Schwerhörigen. Gleichzeitig sollten Angehörige auf die Notwendigkeit hinweisen, eine sich entwickelnde Schwerhörigkeit zu diagnostizieren und ihr eventuell mit Hörgeräten zu begegnen. Zum einen lässt sich ein Fortschreiten des Hörverlusts damit verlangsamen. Zum anderen gilt es, mögliche Begleiterkrankungen wie eine Depression oder Demenz unbedingt zu verhindern.

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