So erleichtern Hörgeräte das Zuhören

Richtmikrofone helfen bei der Spracherkennung

am 21. Dezember 2017

An Weihnachten kommt die gesamte Familie zusammen. Es werden viele Gespräche geführt, während rundherum ein reges Treiben herrscht. Für Hörgeräteträger geht es dann darum, sich bei all den Geräuschen auf das Hören der wichtigen Gesprächsinhalte konzentrieren zu können. Moderne Hörgeräte regeln dies automatisch.

Wie die Richtwirkung von Hörgeräte-Mikrofonen funktioniert

Früher arbeiteten Hörgeräte mit einem Mikrofon, das Geräusche omnidirektional aufnahm und bestimmte Frequenzen verstärkte. Omnidirektional bedeutet, dass das Mikrofon die akustischen Signale aus allen Richtungen gleich aufnimmt.

Für den Träger eines Hörgeräts ist es aber wichtig, dass nicht nur die richtigen Frequenzen verstärkt werden, sondern auch die Signale, die wichtig sind. In der Regel bedeutet das eine frontale Orientierung, da eine gute Spracherkennung Vorrang hat und der Gesprächspartner meistens gegenübersitzt. Dafür werden Richtmikrofone genutzt.

Die beiden Mikrofone sind im Hörgerätegehäuse rund 1,5 Zentimeter voneinander entfernt positioniert. Sie registrieren dadurch die Schwingungen in der Luft (Schalldruck) mit einem Zeitversatz. Der Hörgeräte-Chip kann durch diese Verzögerung die Signale so analysieren, dass das Hörgerät Störgeräusche, die aus bestimmten Richtungen kommen, unterdrückt. Ist also gewünscht, die Stimme eines Gesprächspartners, der vor einem sitzt, zu verstärken, werden potenzielle Störgeräusche von links, rechts oder hinten heruntergeregelt oder fast komplett ausgefiltert.

Funktionsumfänge von Hörgeräten mit zwei Mikrofonen

Je nach Ausstattungsgrad der Hörgeräte funktionieren die Richtmikrofone unterschiedlich komfortabel. Einfache Hörgeräte mit zwei Mikrofonen ermöglichen das manuelle Umschalten von omnidirektionaler Charakteristik in eine Richtcharakteristik. So kann der Träger die Einstellung je nach Geräuschumfeld auswählen.

Hörgeräte mit höheren Komfortstufen verfügen über eine automatische Richtwirkung. Das bedeutet, dass der Trägers seine Hörgeräte nicht manuell auf das Geräuschumfeld einstellen muss. Die Hörgeräte richten sich von selbst auf die Richtung z.B. des Gesprächspartners aus und verstärken seine Signale. während andere Geräusche in der Umgebung reduziert werden.

Bei KIND verfügen schon Hörgeräte zum KIND Nulltarif über diese automatische Richtwirkung, ohne dass der Träger dafür extra bezahlen muss.


Wann ist ein externes Mikrofon sinnvoll?

Der Effektivität von Richtmikrofonen sind Grenzen gesetzt. Einerseits gilt: Je näher sich die Quelle eines Störgeräusches am Nutzsignal befindet, desto geringer ist die Funktionalität eines Richtmikrofons. Andererseits haben Richtmikrofone eine bestimmte Reichweite, innerhalb derer sie Ihre Wirkung entfalten. Diese beträgt rund zwei Meter. Gerade in Situationen wie Vorträgen oder größeren Gesprächsrunden kann für das Hörgerät ein zusätzliches externes Mikrofon sinnvoll sein. Es wird so positioniert, dass es die gewünschten akustischen Signale aufnimmt und per Funk auf die Hörgeräte überträgt.