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Der Aufbau des Auges

Komplexe Anatomie - vielfältige Funktionen

Die drei Bereiche das Auges - vordere Augenkammer, hintere Augenkammer und Glaskörper - haben jeweils hoch spezialisierte Funktionen. Im Auge werden aus optischen Reizen elektrische Nervenimpulse, die dann im Gehirn die Wahrnehmung des Bildes unserer Umgebung ermöglichen.

Übersicht:

  • Wie ist das Auge aufgebaut?

  • Der spezielle Aufbau des Auges: Der Augapfel

  • Die drei Hautschichten des Augapfels

Wie ist das Auge aufgebaut?

Das Auge besteht grob vereinfacht gesagt aus Augapfel, Bewegungsapparat, Sehnerven und wichtigen Schutzvorrichtungen, die das Auge ummanteln. Es ist in die vordere und die hintere Augenkammer aufgeteilt, die jeweils eine besondere Funktion ausüben: In der vorderen Augenkammer befindet sich der optische Apparat, der ein scharfes Abbild der Umwelt auf der Netzhaut in der hinteren Augenkammer erzeugt. Dort treffen die wahrgenommenen Lichtimpulse auf jene Nervenzellen, die die optischen Reize in elektrische Impulse umwandeln und ins Sehzentrum im Gehirn weiterleiten.

Wir liefern einen Überblick über den Aufbau des Auges – von außen nach innen betrachtet.

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Der Aufbau des Auges bietet viel Schutz für ein besonderes Organ

Das Auge ist sehr empfindlich. Bereits kleinste Fremdkörper können seine Funktion beeinträchtigen und die Gesundheit gefährden. Gegen das Eindringen von Schweiß, Schmutz und Krankheitserregern gibt es im Aufbau des Auges spezielle Schutzvorrichtungen:

Augenlider und Wimpern: Wächter des Auges

Die Augenlider schließen sich reflexartig, sobald sich etwas dem Auge nähert oder den Augapfel berührt. Wind, Schmutz und Licht sind beispielsweise Reize, vor denen sie das Auge schützen. Die Augenlider gewährleisten zudem eine gleichmäßige Verteilung der Tränenflüssigkeit auf dem Auge und bewahren es so vor dem Austrocknen. Nachts sorgen die Augenlider für Dunkelheit und lassen kaum Lichtreize ins Auge vordringen.

Die Wimpern des Ober- und Unterlides fangen kleine Schmutzpartikel und Fremdkörper ab, damit diese nicht auf den Augapfel gelangen. Auch die Augenbrauen schützen: Sie halten beispielweise herabrinnenden Schweiß davon ab, ins Auge zu fließen.

Augapfel: Optimal geschützt

Der Augapfel liegt in einer knöchernen Augenhöhle. Sie schützt das Auge vor Verletzungen, etwa bei einem Schlag ins Gesicht oder einem Sturz. Der Augapfel füllt die Augenhöhle nur zu einem kleinen Teil aus. Viel Platz nehmen Fett- und Bindegewebe, Nerven, Gefäße und Muskeln ein. Auch diese Bestandteile dämpfen bei Stößen gegen den Kopf die Übertragung auf den Augapfel.

Muskulärer Bewegungsapparat

Insgesamt sechs Augenmuskeln ermöglichen die Drehung des Augapfels in alle Richtungen. Arbeiten die Muskeln an beiden Augen nicht synchron, weichen die wahrgenommenen Bilder voneinander ab – eine Ursache für das Schielen.

Auch der Tränenapparat und die Bindehaut dienen dem Schutz des Auges. Der Tränenapparat gewährleistet über die Produktion der Tränenflüssigkeit eine konstante Befeuchtung des Auges. Die Bindehaut des Auges bedeckt die weiße Lederhaut bis zum Rand der Hornhaut sowie die Innenseiten der oberen und unteren Augenlider und ist auch an der Bildung des wichtigen Tränenfilms beteiligt.

 

Der spezielle Aufbau des Auges: Der Augapfel

Der etwa tischtennisballgroße Augapfel liegt gut geschützt in seiner knöchernen Höhle. Das Innere des Augapfels besteht aus drei Bereichen: vordere Augenkammer, hintere Augenkammer und Glaskörper.

Vordere Augenkammer: Einfallstor für das Licht

Die vordere Augenkammer ist der Bereich zwischen Hornhaut und Linse. Hier befinden sich alle für die optische Wahrnehmung der Umwelt wichtigen Teile des Sehapparates. Von zentraler Bedeutung ist die Linse, die die vordere von der hinteren Kammer trennt. Sie ist auf beiden Seiten gewölbt. Ihre Form sorgt für eine Bündelung der einfallenden Lichtstrahlen – eine wichtige Voraussetzung dafür, dass auf der Netzhaut ein scharfes Bild entsteht. Durch Muskelbewegungen kann die elastische Linse ihre Form verändern und ermöglicht so das scharfe Sehen sowohl in der Nähe als auch in der Ferne.

Die Form des Augapfels kann Ursache für Fehlsichtigkeiten sein. Ist der Augapfel nur wenige Millimeter zu kurz, entsteht Weitsichtigkeit. Ein zu langer Augapfel ist die häufigste Ursache für Kurzsichtigkeit. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Linse ab. Eine Folge: die Alterssichtigkeit, die der Weitsichtigkeit ähnelt. Auch eine Linsentrübung kann sich mit zunehmendem Alter einstellen und zu Grauem Star führen.

Hintere Augenkammer: Die Stabilisierung der Augenform

Die hintere Augenkammer liegt zwischen dem Glaskörper und der Rückseite der Regenbogenhaut. Hinter der hinteren Augenkammer liegt der Glaskörper des Auges. Er nimmt den weitaus größten Teil des Augapfels ein und besteht hauptsächlich aus Wasser und Bindegewebefasern. Seine weiche, gallertige Konsistenz sorgt dafür, dass der Augapfel seine Form behält. Bei stumpfen Verletzungen von außen dient er als Stoßdämpfer. Einzelne Bindegewebefasern des Glaskörpers werden manchmal als schwebende Härchen oder feine Schattenlinien wahrgenommen, die sich etwas verzögert zur Augenbewegung über das Sichtfeld zu bewegen scheinen.

 

Die drei Hautschichten des Augapfels

Die Wand des Augapfels besteht aus drei Hautschichten, die jeweils eine wichtige Funktion haben.

Äußere Augenhaut: Hält das Auge in Form

Die äußere Augenhaut hält den Augapfel in seiner Form. Vorn, rund um die farbige Regenbogenhaut, ist es die lichtdurchlässige Hornhaut. Sie ist das Fenster zum Auge, durch das Licht hineinfallen kann. Den übrigen Teil des Augapfels umspannt die lichtundurchlässige Lederhaut. Die Lederhaut verleiht dem Augapfel seine weiße Farbe. Die Wölbung der Hornhaut bündelt das einfallende Licht bereits, bevor es auf die Linse trifft. Die Hornhaut kann so gekrümmt sein, dass die Bündelung fehlerhaft ist. Mediziner und Optiker sprechen dann von einer Hornhautverkrümmung.

Mittlere Augenhaut: Bestandteile des optischen Apparats

Die mittlere Augenhaut besteht aus der Aderhaut, der Regenbogenhaut und dem Ziliarkörper. Die Aderhaut versorgt die anliegenden Hautschichten mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Regenbogenhaut ist pigmentiert und erzeugt so unsere Augenfarbe. Die Regenbogenhaut funktioniert wie die Blende eines Fotoapparats und reguliert den Lichteinfall. In ihrer Mitte befindet sich ein rundes Loch, die Pupille. Sie erscheint mal größer und mal kleiner, in Abhängigkeit von den Lichtverhältnissen und der Einstellung der Blende, also der Regenbogenhaut. Ist es dunkel, stellt die Regenbogenhaut weit, um mehr Licht durchzulassen, die Pupille erscheint also größer. Ist es hell, verengt sich die Pupille zu einem kleinen Punkt.

Der Ziliarkörper ist verantwortlich für die Formveränderung der Linse. Er beherbergt den winzigen Ziliarmuskel, der sich, wie andere Muskeln auch, anspannen und entspannen kann. Diese Bewegung wird über sogenannte Zonulafasern an die Linse weitergegeben, die dann in ihrer Brennweite variiert. Daneben produziert der Ziliarkörper das Kammerwasser für die vordere und hintere Augenkammer. Das Kammerwasser umspült die Linse, erhält die Augenform und versorgt den Glaskörper mit Nährstoffen. Ein zu hoher Druck des Kammerwassers ist Ursache für Grünen Star.

Innere Augenhaut: Transformation in elektrische Reize

Die innere Augenhaut ist die Retina, also die Netzhaut des Auges. In der Retina jedes Auges gibt es mehr als 100 Millionen Lichtrezeptoren, die das durch die Pupille und Linse gebündelt auftreffende Licht – also optische Impulse – in elektrische Nervenimpulse umwandeln. Zapfenförmige Rezeptoren ermöglichen farbiges Sehen, stäbchenförmige Rezeptoren dienen der Hell-Dunkel-Wahrnehmung. Sie sind besonders im gelben Fleck (Makula lutea) konzentriert, der Stelle des schärften Sehens. Der Sehnerv leitet die hier erzeugten Nervenimpulse dann ans Gehirn weiter. Der Nerv verläuft aus dem hinteren zentralen Augapfel durch die Augenhöhle bis zur Sehrinde im Großhirn.