Ohrigkeit

Sind Sie Links- oder Rechtsohrer?

am 18. Oktober 2018

Experten sprechen von der sogenannten Präferenzohrigkeit. Sie besagt, dass wir ein Ohr dem anderen vorziehen. So wie es Links- und Rechtshänder gibt, gibt es also auch Linksohrer und Rechtsohrer. Beim Telefonieren, beim Lauschen oder beim Orten von Geräuschen – mit welchem Ohr hört man besser?

Ohrigkeit in bestimmten Situationen

Wir greifen zum Telefon und halten es ganz intuitiv an ein bestimmtes Ohr. Sind wir gezwungen, es mal an das andere Ohr zu halten, fühlt sich das merkwürdig an. Und wir meinen, unseren Gesprächspartner nicht klar zu verstehen. Interessiert uns, was in einem Raum hinter einer verschlossenen Tür geschieht, lauschen wir an der Tür. Auch hier haben wir eine Vorliebe für eine bestimmt Seite. Die einen halten ihre linke Gesichtshälfte an die Tür, andere die rechte.

 

Ja, womit lauschen Sie denn?

Experten nennen dieses Phänomen Präferenzohrigkeit. Von der Forschung wurde diese bislang wenig beachtet – 1998 gab es eine wissenschaftliche Untersuchung zur Ohrigkeit an der Universität Dresden. Die Forscher testeten bei 300 Personen, mit welchem Ohr diese nach verschiedenen Geräuschen horchten. Die Probanden sollten beispielsweise nach einer Stoppuhr auf dem Tisch oder einer leisen Stimme horchen, an einer Tür lauschen und telefonieren, um zu testen, an welches Ohr sie den Telefonhörer hielten.

Das Ergebnis: 62 Prozent der Probanden waren rechtsohrig, 21 Prozent linksohrig. 17 Prozent zeigten keine Vorliebe. Zum Vergleich: 84 Prozent der Probanden waren rechtshändig, 10 Prozent linkshändig und 6 Prozent beidhändig. Heißt: Eine enge Beziehung zwischen der Lieblingshand und dem Lieblingsohr besteht nicht automatisch. Beim Telefonieren war diese Beziehung noch am deutlichsten ausgeprägt. Was wohl daran liegt, dass mit der Lieblingshand zum Hörer gegriffen und dann das entsprechende Ohr auf derselben Seite gewählt wird. Im Laufe der Jahre gewöhnt man sich an diese Seite und benutzt immer dieses Ohr.

 

Noch mehr Schokoladenseiten

Unsere Vorlieben für bestimmte Körperseiten bezeichnen Experten als Lateralität. So gibt es neben der Ohrigkeit und Bevorzugung einer Hand auch Vorlieben für Augen oder Beine. So sind wir Links- oder Rechtsäuger und Links- oder Rechtsbeiner, je nach dem, mit welchem Auge wir beispielsweise durch ein Schlüsselloch schauen oder mit welchem Bein wir am liebsten abspringen.