Angst vor Hörgeräten
In Kürze
Viele Menschen sind zunächst unsicher, wenn es um Hörgeräte geht. Sie fragen sich zum Beispiel: Ist das Hörgerät sichtbar? Oder verändert es meinen Alltag?
Moderne Hörgeräte sind heute klein, diskret und lassen sich individuell anpassen. So können sie gut in den Alltag integriert werden. Wenn Sie mit Ihrem Hörgerät nicht zufrieden sind, kann eine professionelle Anpassung helfen. Sie kann die Klangqualität verbessern und für mehr Tragekomfort sorgen.
Ein Hörgerät muss Ihnen nicht unangenehm sein. Es hilft Ihnen dabei, Gespräche, Stimmen und wichtige Momente im Alltag wieder klarer wahrzunehmen.
Aus Angst vor Hörgeräten tolerieren Menschen ihre Schwerhörigkeit
Sie können an Gesprächen nur noch eingeschränkt teilhaben. Telefonieren fällt schwer. Der laute Fernseher nervt die Nachbarn. Die Enkel kichern, wenn Opa wieder mal Quatsch verstanden hat. Und bald ziehen sie sich immer mehr aus dem öffentlichen Leben zurück, weil sie im Restaurant nichts mehr verstehen und Konzerte keine Freude mehr bereiten. Menschen, die eine Schwerhörigkeit entwickeln, nehmen eine Menge in Kauf. Im Schnitt vergehen zwei Jahre von der Diagnose eines Hörverlusts bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich Betroffene Hörhilfen anschaffen.1 Dabei sind Hörgeräte Hilfsmittel, die sie dringend benötigen und die ihr Leben ungemein bereichern.
Vielen Betroffene sind Hörgeräte peinlich. Zu groß, für jeden sichtbar und hässlich. Die Bedienung zu kompliziert, und bei Überlastung würden die Geräte manchmal gar pfeifen. Fakt ist: Das alles stimmt längst nicht mehr. Technisch haben sich Hörgeräte enorm weiterentwickelt, ihre Leistung reicht an ein normal funktionierendes Gehör heran. Meist verschwinden sie derart elegant hinterm oder im Ohr, dass sie nahezu unsichtbar sind. Zudem sind moderne Hörgeräte smarte Hightech-Tools. Sie lassen sich mit Fernsehern, Smartphones und Navigationsgeräten verbinden und erleichtern auf vielfache Weise den Alltag der Betroffenen. Angst vor Hörgeräten? Muss niemand haben.
Studie belegt: Hörgeräte verbessern die Lebensqualität
Zehn Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Hörschädigung, doch nur 37 Prozent der Schwerhörigen tragen Hörgeräte. Die allermeisten Nutzer von Hörlösungen zeigen sich zufrieden: 97 Prozent sagen, dass sich ihre Lebensqualität durch die Hörgeräte verbessert hat. 94 Prozent empfinden ihre Hörhilfe im Job als hilfreich. Und jeder Sechste erklärt im Nachhinein, er hätte sich die Hörgeräte früher zulegen sollen. Diese Erfahrungsberichte belegen, dass die Angst vor Hörgeräten unbegründet ist.
Ignorieren Betroffene ihre Schwerhörigkeit zu lange, hat das womöglich weitreichende Folgen: Unser Gehirn kann das Hören verlernen, wenn es über längere Zeit nicht mit akustischen Signalen versorgt wird. Nach einiger Zeit vergisst das Gehirn diese Signale, da sich für das Hören zuständige Nervenverbindungen zurückbilden. Außerdem begünstigt Schwerhörigkeit die Entwicklung einer Demenz. Wer schlecht hört, nimmt weniger wahr und bietet seinem Gehirn kaum Reize. Eine mögliche Folge: die Altersdemenz.
Schwerhörigkeit behutsam ansprechen
Um Betroffene nicht zu verschrecken, sollten Angehörige die Schwerhörigkeit einfühlsam ansprechen und eine etwaige Angst vor Hörgeräten ernst nehmen. Je behutsamer und verständnisvoller das erste Gespräch über eine mögliche Schwerhörigkeit geführt wird, umso wahrscheinlicher ist, dass der Betroffene nicht abblockt. Ein Hörtest gibt dann Auskunft darüber, wie es um das Hörvermögen bestellt ist.
FAQ - Fragen zur Angst vor Hörgeräten im Überblick
Warum haben viele Menschen Angst vor Hörgeräten?
Die Angst vor Hörgeräten ist weit verbreitet und entsteht häufig durch die Sorge, dass andere Menschen das Hörgerät bemerken könnten oder sich die eigene Lebensweise verändert. Moderne Hörgeräte sind jedoch klein, unauffällig und werden individuell auf Ihre Hörbedürfnisse angepasst. So finden Sie eine Lösung, die zu Ihrem Alltag und Ihren persönlichen Wünschen passt.
Was kann ich tun, wenn ich mit meinem Hörgerät unzufrieden bin?
Wenn Sie mit Ihrem Hörgerät unzufrieden sind, lohnt sich ein Gespräch mit Ihrer Hörakustikerin oder Ihrem Hörakustiker. Häufig können Einstellungen optimiert, der Sitz verbessert oder andere Hörsysteme ausprobiert werden, damit Sie wieder natürlicher und entspannter hören.
Sieht man moderne Hörgeräte noch?
Viele Menschen haben Sorge, dass ein Hörgerät sofort auffällt. Heute gibt es verschiedene Bauformen – von nahezu unsichtbaren Im-Ohr-Hörgeräten bis zu kleinen Hinter-dem-Ohr-Systemen –, die individuell ausgewählt und angepasst werden können.
Wie gewöhne ich mich an ein neues Hörgerät?
Die Gewöhnung an ein neues Hörgerät braucht etwas Zeit, weil Ihr Gehirn sich erneut an verschiedene Geräusche und Klänge anpassen muss. Tragen Sie Ihr Hörgerät regelmäßig und lassen Sie sich bei Fragen von Ihrer Hörakustikerin oder Ihrem Hörakustiker begleiten.
Warum tragen manche Menschen trotz Hörverlust kein Hörgerät?
Manche Menschen verzichten auf ein Hörgerät, weil sie Angst vor Hörgeräten haben, ein Hörgerät peinlich finden oder unsicher sind, ob es ihnen wirklich hilft. Eine persönliche Beratung und ein unverbindliches Ausprobieren können dabei helfen, Vorbehalte abzubauen und die passende Lösung für den eigenen Alltag zu finden.