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Ohrigkeit

In Kürze

Ohrigkeit bedeutet, dass Sie ein Ohr im Alltag bevorzugt nutzen – zum Beispiel beim Telefonieren, Lauschen oder wenn Sie Geräusche orten. Diese natürliche Hörseite nennt man auch Präferenzohrigkeit. Viele Menschen merken erst in bestimmten Situationen, dass sich ein Ohr vertrauter anfühlt als das andere. Wenn Sie sich fragen: „Ist es normal, dass ein Ohr besser hört als das andere?“, gilt: Kleine Unterschiede können normal sein – bei deutlichen Veränderungen gibt Ihnen ein Hörtest schnell Sicherheit.

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Ohrigkeit in bestimmten Situationen

Wir greifen zum Telefon und halten es ganz intuitiv an ein bestimmtes Ohr. Sind wir gezwungen, es mal an das andere Ohr zu halten, fühlt sich das merkwürdig an. Und wir meinen, unseren Gesprächspartner nicht klar zu verstehen. Interessiert uns, was in einem Raum hinter einer verschlossenen Tür geschieht, lauschen wir an der Tür. Auch hier haben wir eine Vorliebe für eine bestimmt Seite. Die einen halten ihre linke Gesichtshälfte an die Tür, andere die rechte.

 

Ja, womit lauschen Sie denn?

Experten nennen dieses Phänomen Präferenzohrigkeit. Von der Forschung wurde diese bislang wenig beachtet – 1998 gab es eine wissenschaftliche Untersuchung zur Ohrigkeit an der Universität Dresden. Die Forscher testeten bei 300 Personen, mit welchem Ohr diese nach verschiedenen Geräuschen horchten. Die Probanden sollten beispielsweise nach einer Stoppuhr auf dem Tisch oder einer leisen Stimme horchen, an einer Tür lauschen und telefonieren, um zu testen, an welches Ohr sie den Telefonhörer hielten.

Das Ergebnis: 62 Prozent der Probanden waren rechtsohrig, 21 Prozent linksohrig. 17 Prozent zeigten keine Vorliebe. Zum Vergleich: 84 Prozent der Probanden waren rechtshändig, 10 Prozent linkshändig und 6 Prozent beidhändig. Heißt: Eine enge Beziehung zwischen der Lieblingshand und dem Lieblingsohr besteht nicht automatisch. Beim Telefonieren war diese Beziehung noch am deutlichsten ausgeprägt. Was wohl daran liegt, dass mit der Lieblingshand zum Hörer gegriffen und dann das entsprechende Ohr auf derselben Seite gewählt wird. Im Laufe der Jahre gewöhnt man sich an diese Seite und benutzt immer dieses Ohr.

 

Noch mehr Schokoladenseiten

Unsere Vorlieben für bestimmte Körperseiten bezeichnen Experten als Lateralität. So gibt es neben der Ohrigkeit und Bevorzugung einer Hand auch Vorlieben für Augen oder Beine. So sind wir Links- oder Rechtsäuger und Links- oder Rechtsbeiner, je nach dem, mit welchem Auge wir beispielsweise durch ein Schlüsselloch schauen oder mit welchem Bein wir am liebsten abspringen.

Disclaimer:
Die bereitgestellten Beiträge auf diesen Internetseiten dienen ausschließlich der allgemeinen Information zu Themen rund um die Hörakustik und dürfen nicht zum Zweck der Eigendiagnose verwendet werden. Sie sind nicht dazu geeignet, professionelle Beratungen, Untersuchungen und/oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte und/oder ggf. andere im Gesundheitswesen tätige Experten zu ersetzen und stellen keine Empfehlungen oder Bewertungen von Diagnose- oder Therapieverfahren dar. Bitte kontaktieren Sie bei individuellen Gesundheitsfragen und -problemen einen Arzt oder Experten. Wir sind bemüht, Informationen so aktuell und umfassend wie möglich zu recherchieren und zu präsentieren; eine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität oder eine Haftung für Schäden, die durch die Verwendung dieser Informationen entstehen, wird jedoch nicht übernommen. Die Haftung für die Inhalte externer Links ist ausgeschlossen.


FAQ - Fragen zu Ohrigkeit im Überblick

Was bedeutet Ohrigkeit?

Ohrigkeit beschreibt die natürliche Vorliebe für ein bestimmtes Ohr. Vielleicht halten Sie das Telefon automatisch an eine Seite oder lauschen lieber mit einem Ohr – genau das kann ein Zeichen für Präferenzohrigkeit sein. Was ist Präferenzohrigkeit? Sie ist die bevorzugte Hörseite, die im Alltag ganz unbewusst sichtbar wird.

Ist es normal, dass ein Ohr besser hört als das andere?

Leichte Unterschiede können vorkommen und mit Ohrigkeit oder Präferenzohrigkeit zusammenhängen. Wenn Sie aber plötzlich schlechter hören, Sprache undeutlich klingt oder Sie unsicher sind, lassen Sie Ihr Gehör am besten prüfen.

Was ist Präferenzohrigkeit?

Präferenzohrigkeit ist der Fachbegriff für Ohrigkeit und beschreibt, dass Sie ein Ohr bevorzugt einsetzen. Das kann sich beim Telefonieren, Horchen oder beim Einordnen von Geräuschen zeigen – ohne dass automatisch ein Hörproblem dahintersteckt.

Woran erkenne ich meine Ohrigkeit?

Ihre Ohrigkeit erkennen Sie oft an kleinen Gewohnheiten: Sie greifen beim Telefonieren immer zur gleichen Seite oder drehen beim Lauschen automatisch ein bestimmtes Ohr hin. Diese Präferenzohrigkeit ist vielen Menschen vertraut, auch wenn sie den Begriff vorher nicht kannten. Wenn Sie sich fragen „Ist es normal, dass ein Ohr besser hört als das andere?“, achten Sie darauf, ob der Unterschied nur eine Gewohnheit ist oder Sie wirklich schlechter verstehen.

Hat Ohrigkeit etwas mit Links- oder Rechtshändigkeit zu tun?

Ohrigkeit lässt sich gut mit Links- oder Rechtshändigkeit vergleichen, ist aber nicht immer daran gekoppelt. Auch wenn Sie rechtshändig sind, können Sie beim Hören ein anderes Ohr bevorzugen. Präferenzohrigkeit ist Ihre persönliche Hörseite – unabhängig davon, welche Hand Sie lieber nutzen.

Wann sollte ich mein Gehör überprüfen lassen?

Wenn ein Ohr plötzlich schlechter hört, Gespräche anstrengender werden oder Sie häufiger nachfragen, ist ein Hörtest eine gute Entscheidung. Ohrigkeit und Präferenzohrigkeit können eine natürliche Vorliebe erklären, aber sie ersetzen keine fachliche Einschätzung. Gerade bei der Frage „Ist es normal, dass ein Ohr besser hört als das andere?“ hilft eine kurze Überprüfung, damit Sie wieder mit gutem Gefühl hören.