Ohrgeräusch: Klopfen im Ohr
In Kürze
„Es ist, als würde jemand mit einem kleinen Hammer permanent gegen mein Trommelfell klopfen": So oder so ähnlich beschreiben Menschen ihr quälendes Ohrgeräusch. Ein Klopfen im Ohr, vor allem wenn es über einen längeren Zeitraum auftritt, belastet die Betroffenen stark. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel Stress, Tinnitus, Bluthochdruck, eine Belüftungsstörung im Ohr, eine Mittelohrentzündung oder Verspannungen im Nacken- und Halswirbelsäulenbereich. Auch, wenn das Klopfen nur auf einer Seite auftritt oder Sie es wie „Herzklopfen im Ohr“ wahrnehmen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Wichtig: Hält das Ohrgeräusch länger als drei Tage an oder kommen Beschwerden wie Schwindel, Kopf- oder Ohrenschmerzen dazu, ist eine Abklärung in einer HNO-Praxis sinnvoll.
Klopfen im Ohr manchmal vom Gehirn suggeriert
Manchmal macht uns das Gehirn etwas vor. So ist es beispielsweise in der Lage, Geräusche zu produzieren, die wir im Ohr wahrnehmen – selbst wenn es keine tatsächliche Geräuschquelle gibt. So kann unser Gehirn auch ein Klopfen im Ohr vortäuschen. Deswegen halluzinieren wir nicht gleich! Vielmehr bezeichnen Mediziner dieses Phänomen als akustische Fehlwahrnehmung. Ist sie die Ursache für das Ohrgeräusch, so bezeichnet der Arzt das registrierte Klopfen im Ohr wahrscheinlich als Tinnitus. Hier ist es zunächst hilfreich, mehr Entspannung im Alltag zu suchen. Denn ein Tinnitus, der sich durch Klopfen im Ohr auszeichnet, kann durch Stress ausgelöst oder verstärkt werden.
Ursachen für ein tatsächliches Ohrgeräusch
Auch ein tatsächliches Ohrgeräusch kann auf verschiedenen Ursachen beruhen. Allen gemein ist: Sie sollten rechtzeitig durch einen HNO-Arzt abgeklärt werden. Ist beispielweise eine Mittelohrentzündung ursächlich verantwortlich, so wird das Geräusch üblicherweise von pochenden Schmerzen begleitet. Daneben kann das Klopfen im Ohr durch Bluthochdruck hervorgerufen werden. Begleitend treten hier häufig Kopfschmerzen und Schwindel auf. Sogenannte Belüftungsstörungen im Ohr ziehen ebenfalls ein Klopfgeräusch nach sich. Hier ist die Funktion der sogenannten Eustachischen Röhre gestört, die für die Belüftung und damit den Druckausgleich im Mittelohr sorgt.
Funktionseinschränkungen der Halswirbelsäule (HWS) sind ebenfalls verantwortlich für Ohrgeräusche. Über Nervenbahnen ist der Hör- und Gleichgewichtsnerv mit den Gelenken der oberen Halswirbelsäule verbunden. Daneben beeinflusst die Muskelspannung im Bereich der HWS diese Hirnnerven. So können Gelenkprobleme der HWS oder Verspannungen der Nackenmuskulatur zu einem Klopfen im Ohr oder anderen Ohrgeräuschen führen.
Ohrgeräusche verschwinden mitunter von allein wieder. Liegt keine Verletzung des Ohres oder ein Knalltrauma nach massiver Geräuscheinwirkung zugrunde, gilt die Faustregel: Bestehen die Geräusche länger als drei Tage, ist der Besuch des HNO-Arztes unumgänglich.
FAQ - Fragen zu Klopfen im Ohr im Überblick
Was bedeutet Klopfen im Ohr?
Mit „Klopfen im Ohr“ sind Ohrgeräusche gemeint, die rhythmisch oder unregelmäßig auftreten. Viele Betroffene beschreiben es als Pochen, Pulsieren oder Klopfen. Dahinter können harmlose Auslöser wie Stress stecken, es können aber auch Ursachen vorliegen, die ärztlich abgeklärt werden sollten.
Welche Ursachen kann Klopfen im Ohr haben?
Häufige Auslöser sind zum Beispiel Stress, Tinnitus, Bluthochdruck, Mittelohrentzündungen, Belüftungsstörungen oder Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule. Manchmal verstärkt Stress bestehende Ohrgeräusche zusätzlich.
Ist Klopfen im Ohr einseitig gefährlich?
Ein einseitiges Klopfen ist nicht automatisch gefährlich. Beobachten Sie es aber aufmerksam. Wenn es länger als drei Tage anhält, deutlich stärker wird oder zusammen mit Schwindel, Kopfschmerzen, Druckgefühl oder Schmerzen auftritt, lassen Sie es am besten in einer HNO-Praxis abklären.
Was bedeutet nicht pulssynchrones Klopfen im Ohr?
„Nicht pulssynchron“ heißt: Das Geräusch ist nicht im Takt Ihres Herzschlags. Das kann eher zu Ursachen wie Tinnitus, Verspannungen, Stress oder Belüftungsstörungen passen. Eine sichere Einordnung ist jedoch nur durch eine fachärztliche Untersuchung möglich.
Kann Klopfen im Ohr ohne Schmerzen auftreten?
Ja. Klopfen im Ohr kann auch ohne Schmerzen vorkommen – zum Beispiel bei Stress, Tinnitus oder Druck- und Belüftungsstörungen. Wenn zusätzlich Schmerzen dazukommen oder das Gefühl rasch schlimmer wird, ist eine zeitnahe Abklärung sinnvoll.
Können Magnesiummangel oder „Herzklopfen im Ohr“ eine Rolle spielen?
Viele suchen nach „Klopfen im Ohr Magnesiummangel“, weil sie an Muskel- oder Nervenreizungen denken. Ob tatsächlich ein Zusammenhang besteht, lässt sich aber nicht pauschal sagen und sollte medizinisch eingeordnet werden. Wenn Sie ein „Herzklopfen im Ohr“ bemerken, kann das zu pulssynchronen Ohrgeräuschen passen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Blutdruck. Treten dazu Kopfschmerzen oder Schwindel auf, lassen Sie das bitte ärztlich abklären.